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Kaliumjodid Lannacher 65mg (20 Stk.)

Kaliumjodid Lannacher 65mg (20 Stk.)

Normaler Preis 173,91 DKK
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Type : Diverse Arzneimittel

SKU : 05556222

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Wichtige Informationen (Pflichtangaben):

Kaliumiodid „Lannacher“ 65 mg-Tabletten.
Anwendungsgebiete: zur Jodblockade bei atomaren Reaktorunfällen.

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker!


GEBRAUCHSINFORMATION: INFORMATION FÜR ANWENDER

Kaliumiodid „Lannacher“ 65 mg-Tabletten
Wirkstoff: Kaliumiodid

Dies ist ein Spezialarzneimittel zur Anwendung bei Strahlenunfällen mit Freisetzung von radioaktivem Jod. Die Einnahme erfolgt nur auf ausdrückliche Anforderung des Arztes oder der zuständigen Behörden. Dieses Arzneimittel darf nicht eingenommen werden bei:
  • Schilddrüsenüberfunktion,
  • bekannter Überempfindlichkeit gegen Jod oder einem der sonstigen Bestandteile,
  • Dermatitis herpetiformis Duhring,
  • hypokomplementämischer Vaskulitis.


Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen. Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau wie in dieser Packungsbeilage beschrieben bzw. genau nach Anweisung Ihres Arztes, Apothekers oder der zuständigen Behörden ein.
  • Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.
  • Fragen Sie Ihren Apotheker, wenn Sie weitere Informationen oder einen Rat benötigen.
  • Wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie Nebenwirkungen bemerken. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.


Was in dieser Packungsbeilage steht:
  1. Was ist Kaliumiodid „Lannacher“ und wofür wird es angewendet?
  2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Kaliumiodid „Lannacher“ beachten?
  3. Wie ist Kaliumiodid „Lannacher“ einzunehmen?
  4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?
  5. Wie ist Kaliumiodid „Lannacher“ aufzubewahren?
  6. Inhalt der Packung und weitere Informationen


1. Was ist Kaliumiodid „Lannacher“ und wofür wird es angewendet?

Bei Unfällen in kerntechnischen Anlagen, insbesondere in Kernkraftwerken, kann es unter ungünstigen Umständen auch zur Freisetzung von radioaktivem Jod kommen. Radioaktives Jod besitzt dieselben chemischen und biologischen Eigenschaften wie das in Nahrungsmitteln vorkommende natürliche Jod und wird daher wie gewöhnliches, nicht radioaktives Jod in der Schilddrüse gespeichert. Kaliumiodid „Lannacher“ sättigt die Schilddrüse in der angegebenen Dosis mit Jod. Dadurch wird die Aufnahme von radioaktivem Jod in die Schilddrüse verhindert (sogenannte Jodblockade). Zur Kompensation des in Deutschland herrschenden Jodmangels sind diese Art von Jodtabletten nicht geeignet. Kaliumiodid „Lannacher“ wird zur Jodblockade bei atomaren Reaktorunfällen angewendet. Im Falle einer Gefährdung durch radioaktives Jod informieren die zuständigen Behörden über die Medien sowohl über die Verfügbarkeit der Kaliumiodid-Tabletten als auch über die Dauer der Einnahme.

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Kaliumiodid „Lannacher“ beachten?

Kaliumiodid „Lannacher“ darf nicht eingenommen werden:
  • wenn Sie eine Schilddrüsenüberfunktion haben,
  • wenn Sie allergisch gegen Kaliumiodid oder Jod sind. Dies ist sehr selten und darf nicht mit der häufigen Allergie gegen sogenannte Röntgenkontrastmittel verwechselt werden (Medikamente, die Strukturen und Funktionen des Körpers verdeutlichen, damit diese z.B. bei Röntgenuntersuchungen besser sichtbar gemacht werden können).
  • wenn Sie allergisch gegen einen der in Abschnitt 6 genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind,
  • wenn Sie an einer Erkrankung leiden, bei der Sie Bläschen, Hautrötungen und Ekzeme, insbesondere an den Ellenbogen oder Knien haben (Dermatitis herpetiformis Duhring),
  • wenn Sie an einer allergischen Entzündung der Gefäßwände leiden (hypokomplementämische Vaskulitis).


Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen:
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Kaliumiodid „Lannacher“ einnehmen.

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Kaliumiodid „Lannacher“ ist erforderlich:
  • wenn Sie über 45 Jahre alt sind. Die Durchführung einer Jodblockade bei Personen, die über 45 Jahre alt sind, wird aus zwei Gründen nicht empfohlen: Deutschland gilt als Jodmangelgebiet, wodurch es mit zunehmendem Alter häufiger zu Stoffwechselstörungen in der Schilddrüse kommt. Eine solche sogenannte funktionelle Autonomie erhöht das Risiko von Nebenwirkungen einer Jodblockade. Mit zunehmendem Alter sinkt das Risiko für eine durch Strahlen hervorgerufene bösartige Schilddrüsentumorerkrankung erheblich.
  • wenn Sie eine die Luftröhre beeinflussende Erkrankung haben. Die Verabreichung von hohen Jodmengen kann zu einer Vergrößerung der Schilddrüse führen, wodurch eine bereits bestehende Verengung der Luftröhre verschlimmert werden kann.
  • wenn Sie einen gutartigen Schilddrüsenknoten haben, der nicht behandelt wird. Bei unbehandelten, unkontrolliert Hormon produzierenden Bereichen (sogenannten „heißen Knoten“) besteht das Risiko einer massiven Überproduktion von Schilddrüsenhormonen, die schlimmstenfalls zu lebensbedrohlichen Herz-Kreislauf-Reaktionen führen kann. Daher sollen Personen mit diesen Erkrankungen keine Kaliumiodid-Tabletten einnehmen.
  • wenn Sie Arzneimittel gegen Schilddrüsenüberfunktion einnehmen. Personen, die aufgrund einer Schilddrüsenüberfunktion mit Schilddrüsenhemmern (Thyreostatika) behandelt werden, müssen diese Behandlung fortsetzen und in kurzen Abständen von einem Arzt untersucht werden.
  • wenn bei Ihnen der Verdacht auf einen bösartigen Schilddrüsentumor besteht. Die Verabreichung von Jodid in so hohen Mengen kann eine geplante Strahlentherapie unmöglich machen. Des Weiteren können Schilddrüsendiagnostika beeinflusst und dadurch zu Fehlern führen. Dies gilt insbesondere für sogenannte Schilddrüsenszintigramme (Untersuchung der Schilddrüse mit radioaktiv markierten Substanzen) und für Jodstoffwechselstudien, aber auch für den TRH-Test (Blutuntersuchung zur Bestimmung der Schilddrüsenaktivität).


Einnahme von Kaliumiodid „Lannacher“ zusammen mit anderen Arzneimitteln:
Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, kürzlich eingenommen haben/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Arzneimittel, die die Wirkung von Kaliumiodid „Lannacher“ beeinflussen:
Arzneimittel, die den Schilddrüsenstoffwechsel beeinflussen (z.B. Perchlorat, Thiocyanat in Konzentrationen über 5 mg/dl) hemmen die Jodaufnahme in die Schilddrüse.

Arzneimittel, deren Wirkung durch Kaliumiodid „Lannacher“ beeinflusst wird:
Kaliumiodid „Lannacher“ vermindert die Wirkung von Schilddrüsenhemmern (Thyreostatika).

Bitte beachten Sie, dass diese Angaben auch für Arzneimittel gelten können, die Sie vor Kurzem eingenommen/angewendet haben.

Einnahme von Kaliumiodid „Lannacher“ zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken:
Nahrungsmittel und Getränke beeinflussen die Wirkung von Kaliumiodid nicht.

Schwangerschaft und Stillzeit:
Fragen Sie vor der Einnahme von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat. Schwangere und Stillende erhalten die gleiche Dosis wie Jugendliche und Erwachsene. Die Dauer der Einnahme soll bei Schwangeren und Stillenden auf 2 Tage begrenzt sein (siehe Abschnitt 3 „Wie ist Kaliumiodid „Lannacher“ einzunehmen?“). Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie in der Schwangerschaft Kaliumiodid eingenommen haben, da er die ohnehin bei Neugeborenen durchzuführende Schilddrüsendiagnostik beachten wird.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen:
Es ist nicht mit einer Beeinträchtigung der Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit durch Kaliumiodid zu rechnen.

Kaliumiodid „Lannacher“ enthält Lactose:
1 Tablette enthält 80 mg Lactose-Monohydrat (Milchzucker). Falls Ihnen bekannt ist, dass Sie bestimmte Zuckerarten nicht vertragen, sprechen Sie daher vor der Einnahme dieses Arzneimittels bitte mit Ihrem Arzt.

3. Wie ist Kaliumiodid „Lannacher“ einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel nur auf ausdrückliche Anforderung der zuständigen Behörden ein. Der Schutz ist am wirksamsten, wenn die Tabletten kurz vor oder gleichzeitig mit dem Einatmen von radioaktivem Jod eingenommen werden. Eine spätere Einnahme verringert den möglichen Schutz. Die erste Einnahme von Kaliumiodid „Lannacher“ 65 mg-Tabletten soll jedoch spätestens einen Tag nach Aufnahme von radioaktivem Jod erfolgen, da eine so späte Anwendung eher schädlich ist. Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Art der Anwendung:
Tabletten können geschluckt oder in etwas Flüssigkeit aufgelöst werden. Eventuelle Reizungen der Magenschleimhaut können durch nachtrinken von Flüssigkeit vermieden werden.

Dauer der Einnahme:
Eine einmalige Einnahme ist in der Regel ausreichend. In Ausnahmefällen wird die zuständige Behörde oder der Arzt eine weitere Einnahme von Tabletten empfehlen. Die Einnahme der Tabletten soll jedoch bei Neugeborenen immer auf 1 Tag und bei Schwangeren und Stillenden auf 2 Tage begrenzt sein.

Dosierung:
Erwachsene und Jugendliche – die empfohlene Dosis beträgt:
  • Schwangere und Stillende: 2 Tabletten (entsprechend 100 mg Jodid)
  • 13 bis unter 45 Jahre: 2 Tabletten (entsprechend 100 mg Jodid)
  • Personen über 45 Jahre: keine Tabletteneinnahme empfohlen


Anwendung bei Kindern – die empfohlene Dosis beträgt:
  • < 1 Monat: 1/4 Tablette (entsprechend 12,5 mg Jodid)
  • 1 bis unter 36 Monate: 1/2 Tablette (entsprechend 25 mg Jodid)
  • 3 bis unter 13 Jahre: 1 Tablette (entsprechend 50 mg Jodid)


Teilen der Tablette:
Zur Dosierung bei Kindern bis 36 Monate sind die Tabletten mit Hilfe der Bruchkerben zu teilen. Legen Sie die Tablette mit der leicht gewölbten Seite auf eine harte Unterlage (die gekerbte Seite zeigt nach oben). Halbieren: Drücken Sie mit zwei Fingern die Tablette am Rand. Vierteln: Drücken Sie mit einem Finger die Mitte der Tablette.

Wenn Sie eine größere Menge von Kaliumiodid „Lannacher“ eingenommen haben, als Sie sollten:
Die Einnahme von sehr großen Jodidmengen kann zu Reizungen der Haut und Schleimhäute sowie zu Magenschmerzen führen. Die Symptome entsprechen prinzipiell den in Abschnitt 4 beschriebenen Nebenwirkungen. Bei starken Beschwerden suchen Sie Ihren Arzt auf.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Selten (kann 1 bis 10 Behandelte von 10.000 betreffen):
  • Eine unbekannte Jodallergie kann erstmals in Erscheinung treten. Es können allergische Reaktionen wie z.B. Hautrötung, Juckreiz und Brennen der Augen, Schnupfen, Reizhusten, Durchfall, Kopfschmerzen und ähnliche Symptome auftreten. Insbesondere bei bereits bestehender Dermatitis herpetiformis Duhring (eine Erkrankung, bei der es zu Bläschen, Hautrötungen und Ekzemen, insbesondere an den Ellenbogen oder Knien kommt) sind lebensbedrohliche Reaktionen möglich (siehe unter Abschnitt 2 „Kaliumiodid „Lannacher“ darf nicht eingenommen werden“).
  • Gefäßentzündung (z.B. Periarteriitis nodosa).


Sehr selten (kann weniger als 1 Behandelten von 10.000 betreffen):
  • Jodbedingte Schilddrüsenüberfunktion. Zeichen der Schilddrüsenüberfunktion können Symptome wie erhöhter Puls, Schwitzen, Schlaflosigkeit, Zittern, Durchfall und Gewichtsabnahme trotz gesteigerten Appetits sein. Bei solchen Beschwerden suchen Sie Ihren Arzt auf.


Häufigkeit nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar):
  • Insbesondere bei Einnahme von Kaliumiodid „Lannacher“ auf nüchternen Magen können Reizungen der Magenschleimhaut auftreten.


Meldung von Nebenwirkungen:
Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5. Wie ist Kaliumiodid „Lannacher“ aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf. Nicht über 25 °C lagern. Nicht unter 5 °C lagern. In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht und Feuchtigkeit zu schützen. Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf der Blisterpackung und Faltkarton angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats. Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Kaliumiodid „Lannacher“ enthält:
Der Wirkstoff ist Kaliumiodid. 1 Tablette enthält 65 mg Kaliumiodid. Die sonstigen Bestandteile sind Maisstärke, Lactose-Monohydrat, mikrokristalline Cellulose, Butylmethacrylat-Copolymer basisch (Ph. Eur.), Magnesiumstearat (Ph.Eur.) [pflanzlich].

Wie Kaliumiodid „Lannacher“ aussieht und Inhalt der Packung:
Die Tabletten sind weiß bis leicht bräunlich, rund, gewölbt und weisen innen eine Kreuzbruchkerbe sowie außen Kerben auf. Die Tablette kann in zwei und in vier gleiche Teile geteilt werden. Eine leichte bräunliche Farbveränderung beeinflusst weder die Wirksamkeit noch die Verträglichkeit des Arzneimittels. Kaliumiodid „Lannacher“ ist in Packungen zu 10 und 20 Tabletten erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller:
Lannacher Heilmittel Ges.m.b.H.
Schlossplatz 1
A-8502 Lannach
Österreich

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt überarbeitet im August 2014.

Quelle: Angaben der Packungsbeilage
Stand: 12/2017

Anwendungsgebiete: zur Jodblockade bei atomaren Reaktorunfällen.